Définitions :
Niveau des mots :

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."
— Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz


📖 Zusammenfassung

Der Fuchs und seine Lehren

🦊 „Man sieht nur mit dem Herzen gut." Der Fuchs lehrt das Vertrautmachen.

In der Wüste 🌵 traf der kleine Prinz die wichtigste Figur seiner Reise: einen Fuchs 🦊. „Spiel mit mir", bat ihn das Kind, das sich sehr einsam fühlte. „Ich kann nicht", antwortete das Tier, „ich bin nicht zahm." Der kleine Prinz kannte dieses Wort nicht. Der Fuchs erklärte, dass „zahm machen" bedeute, Bindungen zu schaffen. Solange sie sich nicht kannten, waren sie füreinander nur ein Junge und ein Fuchs unter vielen. Aber wenn sie eine Bindung schufen, würden sie füreinander einzigartig werden.

Jeden Tag kam der kleine Prinz zurück und setzte sich ein wenig näher zum Fuchs. So wurden sie Freunde 🦊. Doch der Tag des Abschieds kam, und der Fuchs, der sich angefreundet hatte, war so traurig, dass er weinen wollte. „Du hast nichts davon!", sagte der kleine Prinz. „Doch", antwortete der Fuchs, „wegen der Farbe des Weizens, die mich an deine Haare erinnern wird." Bevor sie sich trennten, verriet ihm der Fuchs drei Geheimnisse: Man sieht nur mit dem Herzen gut; es ist die Zeit, die man für jemanden aufgewendet hat, die ihn wertvoll macht; und man ist für immer verantwortlich für das, was man sich vertraut gemacht hat.

Auf seinem Weg traf der kleine Prinz noch zwei Männer. Ein Weichensteller sortierte Züge voller Reisender, die rannten, ohne zu wissen, was sie suchten. Nur die Kinder, sagte er, schauten wirklich aus den Fenstern. Dann verkaufte ein Händler Pillen gegen den Durst 💧, die pro Woche dreiundfünfzig Minuten sparen sollten. Der kleine Prinz dachte, wenn er diese Minuten hätte, würde er ganz ruhig zu einem Brunnen gehen.

Am Ende suchten der kleine Prinz und der Flieger, müde und durstig, gemeinsam nach Wasser. Sie fanden einen tiefen Brunnen, dessen Wasser süß war 💧. Diese Süße kam nicht nur vom Wasser, sondern auch vom langen Weg und vom gemeinsamen Wunsch.


🔤 Wortschatz

WortBedeutung (auf Deutsch)
der Fuchsein wildes Tier, ähnlich wie ein kleiner Hund
zahmnicht wild, an Menschen gewöhnt
die Bindungdas, was zwei Wesen verbindet
einzigartigder/die/das Einzige seiner Art
sich anfreundeneine Freundschaft beginnen
der WeizenGetreide, aus dem man Brot macht
verratenein Geheimnis erzählen
das Herzdas Zentrum der Gefühle
aufwendenZeit oder Mühe für etwas geben
verantwortlichfür etwas zuständig
der Weichenstellerein Arbeiter, der Züge lenkt
verkaufenetwas gegen Geld geben
der Durstdas Gefühl, trinken zu müssen
sparenetwas für später aufheben
der Brunnenein tiefes Loch mit Wasser

💬 Ausdrücke & Redewendungen

AusdruckBedeutung
Bindungen schaffeneine Beziehung aufbauen
es lohnt siches ist die Mühe wert
verantwortlich sein fürfür etwas zuständig sein
man sieht nur mit dem Herzen gutdas Wichtige erkennt man mit dem Gefühl
Zeit verschwendendie Zeit sinnlos verbrauchen

🧠 Grammatik — Relativsätze mit der, die, das

Ein Relativsatz gibt mehr Informationen über ein Nomen. Er beginnt mit einem Relativpronomen (der, die, das), das sich nach dem Nomen richtet.

NomenRelativpronomen (Nominativ)Beispiel
der Fuchs (m.)derder Fuchs, der spricht
die Zeit (f.)diedie Zeit, die wertvoll ist
das Kind (n.)dasdas Kind, das sich einsam fühlt
die Männer (Pl.)diedie Männer, die rennen

Wichtig:
- Das Relativpronomen richtet sich im Genus und Numerus nach dem Nomen.
- Das Verb steht im Relativsatz am Ende.
- Vor dem Relativsatz steht ein Komma.

Beispiele aus dem Text:
- Der Fuchs, der sprach, wurde sein Freund.
- Es ist die Zeit, die man für jemanden aufwendet.
- Reisende, die rannten, ohne zu wissen, was sie suchten.
- Ein Brunnen, dessen Wasser süß war.

💡 Tipp: Das Verb rutscht im Relativsatz immer ans Ende: „der Fuchs, der spricht", „das Kind, das sich einsam fühlt".


📝 Glossar

  • der Fuchs — ein wildes, rötliches Tier, dem Hund ähnlich
  • zahm machen — eine Bindung des Vertrauens zu einem Wesen schaffen
  • die Bindung — das, was zwei Wesen verbindet, eine Beziehung
  • der Brunnen — ein tiefes Loch, aus dem man Wasser holt
  • das Wesentliche — das, was am meisten zählt

🔊 Audio

▶️ Kapitel 7 anhören — A2

Tipp: Merk dir die drei Geheimnisse des Fuchses. Finde dann im Text die Sätze mit „der", „die" und „das".


✍️ Übungen

1. Richtig oder falsch?

  1. „Zahm machen" bedeutet „mit jemandem spielen".
  2. Der Fuchs weint, als der kleine Prinz geht.
  3. Der Händler verkauft Pillen gegen den Durst.
  4. Das Wasser des Brunnens ist bitter.

2. der, die oder das?

  1. Der Fuchs, spricht, ist sehr weise.
  2. Das Geheimnis, er verrät, ist wichtig.
  3. Die Bindungen, wir schaffen, machen uns einzigartig.
  4. Das Kind, sich einsam fühlt, sucht einen Freund.

3. Verbinde die zwei Sätze mit einem Relativpronomen

  1. Der kleine Prinz hat einen Fuchs. Der Fuchs wurde sein Freund.
  2. Er hat eine Lehre gelernt. Er wird die Lehre nie vergessen.

4. Du bist dran!

  1. Beschreibe eine Person oder eine Sache, die dir wichtig ist, in 3–4 Sätzen. Benutze mindestens einen Relativsatz mit der, die oder das.